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Drahtloses
Internet und der Tod des PC
E-Commerce
mit Kleidung, Spielzeug und -- Möbeln?!
Internet lässt
Wirtschaft wachsen, schafft Arbeitsplätze
Internet-Aktien: Juli schlechtester Monat seit August-Crash Das Letzte!

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Handys sind ein riesiger Erfolg. Sie sind billig und
lassen uns überall und jederzeit mit jedermann kommunizieren.
Handheld-Computer sind ein riesiger Erfolg. Sie sind
billig und vereinen die Stärken des traditionellen Papierkalenders mit
denen eines Computers.
Jetzt steht uns der nächste riesige Erfolg ins Haus:
Handcomputer, die ihr organisatorische Talent mit den Kommunikationsfähigkeiten
von Mobiltelefonen verschmelzen.
Dies sind Handheld-Computer oder Personal Digital
Assistants (PDAs), die selbstverständlich einen Kalender, eine Zu-Tun-Liste
und ein Adressbuch zur Verfügung halten, aber auch die Möglichkeit haben,
per Handy-Telefonverbindung Daten zu senden und zu empfangen – und damit
Zugang zum Internet haben. Mit diesen Geräten ist es plötzlich auch im
tiefsten Schwarzwald möglich, seine E-Mail zu erledigen und das Web zu
surfen. Nachrichten lesen, Aktienkurse abrufen, Aktien handeln, Bankgeschäfte
erledigen, Wetterberichte abrufen, Flüge, Hotels und Mietwagen buchen,
Wegbeschreibungen laden, weisse und gelbe Seiten abrufen… das alles und
noch viel mehr wird mit diesen internetfähigen Handcomputern möglich sein.
Und selbst die traditionellen Handheld-Funktionen
werden durch die Funkverbindung turbogeladen: zentral auf Webservern
gehaltene Kalender, Telefonbücher und andere Verzeichnisse sind stets
aktuell und überall abrufbar. Das leidige Abgleichen mehrerer
elektronischer Datenbanken und solcher auf Papier wird entfallen, weil die
Daten nur noch einmal zentral gehalten werden und über das Web (verschlüsselt,
wenn nötig) auf jedem Gerät mit Internetzugang abgerufen und bearbeitet
werden können.
Handrechner, besonders 3coms
PalmPilot, haben im Sturm ein gewaltiges Publikum erobert. Für viele
Nutzer haben sie bereits den traditionellen Papierkalender abgelöst. Mit
einem US-Marktanteil von 77 Prozent nach Stückzahlen ist der PalmPilot der
mit Abstand populärste Handheld-Computer.
Insgesamt werden 1999 in den Vereinigten Staaten
voraussichtlich 3,9 Millionen Handrechner abgesetzt werden. Aber das ist
erst das Vorspiel für eine gewaltige Absatzexplosion, die geschehen wird,
wenn diese Geräte Internetzugang haben. Denn den knapp 4 Millionen
Handrechnern stehen schätzungsweise 200 Millionen verkaufte Handys gegenüber.
Marktforscher ziehen den Schluss, dass für internet-fähige Handcomputer
das Absatzpotential irgendwo innerhalb der Handy-Absatzzahlen liegen muss.
Das
Marktforschungsunternehmen Frost &
Suillivan schätzt, dass 1998 knapp 2 Millionen Handrecher im Wert von
rund 500 Millionen US-Dollar abgesetzt wurden. Für 1999 sieht das
Unternehmen die verkaufte Stückzahl bei knapp 4 Millionen Handhelds und den
Umsatz bei rund 1 Milliarde Dollar Umsatz. Das ist doppelt so viel wie im
Jahr zuvor. Bis zum Jahr 2000 könnten bis zu 15 Millionen PDAs im Einsatz
sein. Forrester Research sagt
voraus, dass die Konsumenten im Jahr 2002 erstmals mehr Handcomputer als PCs
kaufen werden. Dataquest
rechnet damit, dass 2003 rund 21 Millionen Handhelds verkauft werden. Und
eine Studie des UMTS-Forums (Universal
Mobile Telecommunications System) sagt voraus, dass im Jahr 2015 die
Mehrzahl der Internet-Nutzer mobile Datenterminals verwenden wird. Mit einem
weiteren Preisverfall, schnelleren Prozessoren, besseren Displays, besseren
Anwendungen und Internetzugang werden die Verkäufe stark zunehmen.
All
dies wird auf mittlere Sicht den PC in den Schatten stellen. Und das ist gut
so: Denn solange der PC das Hauptzugangsmedium zum Internet ist, wird das
Web niemals zum Massenmedium. Der
PC ist zu teuer, zu unzuverlässig, zu bedienungsunfreundlich, zu komplex
und obendrein technisch weitgehend ausgereizt. Noch können sich die 3,9
Millionen Handcomputer, die in diesem Jahr in den USA verkauft werden
werden, nicht mit der entsprechenden PC-Absatzziffer von 36 Millionen
messen. Aber das Verhältnis ändert sich zugunsten der Handhelds. Das
Wachstum des PC-Verkaufs verlangsamt sich. Wuchs es Mitte der 90er Jahre
durchschnittlich noch um 35 Prozent im Jahr, so sind die Wachstumszahlen
heute nur noch halb so hoch.
Und
dabei war noch nicht einmal die Rede von anderen Internet-Appliances als
Handrechnern, etwa Set-Top-Boxes für den Fernseher, web-fähigen Telefonen
oder web-fähigen Videospielkonsolen. Das sind einfache, billige, simpel zu
bedienende Geräte für den Massenmarkt. Im Gegensatz zum PC können sie nur
eine Sache, die aber sehr gut. Und dann sind da noch die Dinge, die wir
jeden Tag benutzen, die wir aber bisher noch nicht mit dem Internet in
Verbindung gebracht haben. Auch Stereoanlagen, Videorekorder, Automobile,
Herde, Kühlschränke, ja sogar unsere Kleidung wird in nicht allzu ferner
Zukunft Internet-Zugang haben, sagt Neil Gershenfeld, Autor des Buches When
Things Start to Think.
Sogar
Microsoft-Chef Bill Gates, der
Schwarze Baron der PC-Industrie, macht jetzt Pläne für eine Industrie, die
nicht mehr vom PC beherrscht wird. Förmlich ersetzte der Konzern das alte
Firmenmotto “A computer on every desk and in every home” durch
“Empower people through great software anytime, anyplace, and on every
device.” Die größte Bedrohung für Microsoft sind Anwendungen, die auf
zentralen Web-Servern gehalten werden und von Nutzern über Web-Browser
abgerufen werden. Damit verringert sich für diese die Notwendigkeit,
Windows-PCs und Windows-Anwendungen zu kaufen. Stattdessen könnten sie sich
Web-Appliances zuzuwenden. Microsoft-interne Studien sagen, dass zwar die
Zahl der Programmierer, die für Windows entwickeln, gleich geblieben ist.
Die Zahl der Software-Ingenieure, die für das Web entwickeln, ist jedoch im
vergangenen Jahr um 21 Prozent gewachsen, und in diesem Jahr wird sie
voraussichtlich um 38 Prozent zunehmen.
Damit
Nutzer das Internet auch unterwegs anzapfen können, müssen einige
Voraussetzungen geschaffen sein: hohe Datenübertragungsraten via
Mobilfunkverbindung, ein einheitlicher Übertragungsstandard sowie eine
Norm, mit der sich herkömmliche Web-Seiten auch auf den kleinen Displays
von Handrechnern und Handys darstellen lassen.
Hohe
Datentransferraten sind die erste Vorbedingung.
Bisher lassen sich zwar Daten per Handy übertragen, aber bei einer
Geschwindigkeit von 9600 Bit pro Sekunde (bps) ist das Ende der Fahnenstange
erreicht. Das ist nur ein Viertel der Geschwindigkeit, die ein normales
Tischmodem erreicht. Sie genügt, um E-Mails abzurufen und zu versenden, ist
aber für viele grafikintensive Websites zu wenig.
Das
soll sich laut Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobil
im nächsten Jahr ändern. Das Unternehmen will die neue Datenübertragungstechnik
GPRS (General Paket Radio Service) einführen. Mit GPRS erreichen mobile
Internetnutzer Datenübertragungsraten von über 100.000 bps. T-Mobil wird
allerdings vorläufig nur 50.000 bps anbieten, das ist jedoch immer noch
deutlich fixer als ein Tischmodem und fast so schnell wie eine ISDN-Leitung.
Freilich brauchen die GPRS-Anwender neue Modems bzw. Geräte, um den Dienst
nutzen zu können.
Doch
selbst GPRS ist nur ein Vorgeschmack auf Größeres. Dafür will das Globale
Harmonisierungsforum der Mobiltelfonindustrie sorgen. Seine 168 Mitglieder
haben sich vor Kurzem auf einem Treffen in Toronto auf den neuen
Mobiltelefonie-Standard Universal
Mobile Telecommunications System (UMTS) geeinigt. Die Norm wird nicht
nur Datentransfers mit bis zu 2 MBit pro Sekunde erlauben (gut 2 Millionen
Bit oder gut 260.000 Buchstaben pro Sekunde). UMTS vereinheitlicht auch die
bisher heterogenen Telefonstandards wie das europäische GSM und die
US-amerikanischen Systeme PCS und CDMA. Praxistests sind schon im Gange, und
Nokia, Ericsson
und Siemens
entwickeln bereits entsprechende Telefone. Im Jahr 2002 sollen die ersten
kommerziellen Produkte auf dem Markt kommen.
Ein
einheitlicher Standard für die Welt.
2 MBps sind mehr als genug sogar für Breitbandanwendungen. Mit UMTS gäbe
es keine Geschindigkeitsgrenzen mehr für Internetanwendungen auf
Handrechnern (Sie könnten dann beispielsweise Fernsehen auf Ihrem PDA sehen
oder Videotelefonie betreiben). Der zweite große Vorteil des neuen
Standards ist aber, dass er als einheitlicher Standard die Mobiltelefonmärkte
miteinander verschmelzt. Zunächst wird damit Mobiltelefonie und mobile
Webnutzung für die Anwender anziehender, weil sie nun ein und dasselbe Gerät
überall auf der Welt nutzen können. Zweitens verschärft UMTS den
Wettbewerb zwischen Mobiltelefonherstellern und Telefongesellschaften, was
zu besseren Produkten für weniger Geld führen wird. Und drittens spart ein
einheitliches Netz den Netzbetreibern Geld, was wiederum zu niedrigeren
Preisen führen wird.
Die
selbe Seite auf PC-Bildschirm, PDA und Handy? Drittens
muss die Mobilbranche einen Standard schaffen, mit dem sich Webseiten auf
Handrechnern, Handys, Pagern und anderen Internet-Appliances darstellen
lassen. Internet-Producer passen Web-Seiten PC-Bildschirmen an. Die Displays
von Internet-Appliances sind aber kleiner als Bildschirme und können daher
nur kleinere Seiten darstellen. Hinzu kommt, dass sie in der Regel bisher
nur schwarz-weisse Seiten abbilden können. Was Web-Producer also bräuchten,
wäre eine Technologie, die herkömmliche Web-Seiten selbsttätig für
kleinere Displays anpasst, so dass sie nicht jede Seite mehrfach anfassen müssen.
Ein
gutes Dutzend Initiativen versuchen, diese Klippe zu umschiffen. Die
wichtigsten sind AOL Anywhere, Yahoo!
Everywhere, Oracles
“Project Panama” sowie Ericssons
WebOnAir-Technologie. Ihnen ist gemein, dass sie Layouts verkleinern,
datenintensive Seitenelemente entfernen und Proxyserver einsetzen, um höhere
Datentransferraten zu erreichen.
Der
vielversprechendste Kandidat für einen Standard ist das Wireless
Access Protocol (WAP). Es könnte sich zum HTML der Handrechner
entwickeln, also zu einer Sprache, mit der man Seiten beschreiben kann, die
auf Handheld-Webbrowsern und ihren kleinen Displays dargestellt werden
sollen. Es wird als die Technologie der Wahl gehandelt, wenn Handys, Pager
oder PDAs mit dem Internet verbunden werden sollen. WAP ist
betriebssystem-unabhängig und könnte eine Untermenge des HTML-Nachfolgers
XML werden. Weil Websites ihre Seiten zunehmend in XML kodieren, könnte die
Übersetzung solcher Seiten für Handhelds und Handyes einfach sein.
Unterm
Streich bleibt:
- Die
mobile Internetnutzung wird zunehmen. Dataquest
schätzt, dass die Zahl der Kunden in den Vereinigten Staaten, die
drahtlose Informationsdienste nutzen, sich bis 2003 verzehnfachen wird,
von 3 Millionen in diesem Jahr auf 36 Millionen in vier Jahren. Nach
einer Studie des Netzwerk-Hardware-Herstellers Cisco
wird die Datenübertragung die Sprachübertragung via Mobilfunk im Jahr
2002 überholen.
- Der
PC wird in den kommenden fünf Jahren an Bedeutung als
Internet-Zugangsgerät verlieren.
- Internet-Appliances
und mobile Zugangsgeräte wie Handrechner und Handys werden gleichzeitig
einen höheren Stellenwert gewinnen.
- Die
Software-Entwicklung für Appliances wird zunehmen, ebenso die für
Anwendungen, die Webseiten an kleinere Displays anpasst.
- Mobiltelefon-Gesellschaften
werden von der zunehmenden mobilen Internetnutzung profitieren.
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Meine
Schlafstörungen konnte ich bisher hervorragend dadurch bekämpfen, dass ich
Marktforschungsstudien zum Thema “Welche Produkte verkaufen sich
online?” las. Die Berichte nannten die immer gleichen Produkte als
Verkaufsrenner, nämlich Bücher, CDs und Videos sowie Computer-Hardware.
Langweilig.
Doch
nun kommt laut einer Studie von Commercenet/Nielsen
Media Research Bewegung in die Sache. Sie fand nicht nur heraus, dass
sich die Zahl der Online-Käufer in den Vereinigten Staaten in den neun
Monaten von August 1998 bis April 1999 um 40 Prozent auf 28 Millionen erhöht
hat. Sie ergab darüber hinaus, dass die erste Produktkategorie, die bisher
als nicht webfähig galt, in die wichtigsten Top-Web-Produktgattungen
vorgedrungen ist.
Die
wichtigsten Produktkategorien laut dieser Studie waren: Bücher (rund 33%
aller Online-Käufer kauften Bücher), CDs und Videos (26%),
Computer-Hardware (20%) sowie -- Kleidung (16%). Kleidung war auch die
einzige Produktkategorie, in der mehr Frauen (53%) als Männer (47%)
einkauften.
Noch
spannender wird es, wenn man sich anssieht, welche neuen Produktgattungen
das stärkste Web-Wachstum haben. Das Marktforschungsunternehmens Activemedia
Inc. hat untersucht, in welchen Produktkategorien neue Online-Shops tätig
sind. Es tat dies einmal für den Zeitraum der vergangenen zwölf Monate und
einmal für jenen der vergangenen 24 Monate. Hier das Ergebnis, zunächst
jeweils die Angabe für den 24-Monats-Zeitraum, anschließend für den
12-Monats-Zeitraum:
- Der
Anteil von Geschenkversendern,
Juwelieren, Blumenversendern und Grußkartenanbietern verfünffachte
sich von 3,2% auf 17,3%.
- Der
Anteil der medizinischen und
juristischen Dienstleister verdoppelte sich von 5,6% auf 12,2%.
- Bekleidungs-Websites verdoppelten ihren Anteil von 5,6% auf 11,5%.
- Der
Anteil von Spielzeuggeschäften
vervierfachte sich von 1,6% auf 6,5%.
- Stark
vertreten sind auch Websites, die sich Hobbies,
Heimwerkern und Antiquitäten widmen (16,5% aller Geschafte, die jünger
sind als 12 Monate, nach 12,8% im 24-Monats-Zeitraum).
Neue
Anbieter von Computer-Hardware und -Software (11,5%) sowie von Bücher, CDs
und Kassetten (9,4%) haben zwar ebenfalls große Anteile im
12-Monats-Zeitraum, allerdings sank ihr Anteil im Vergleich zum
24-Monats-Zeitraum.
Auf
dem Langstreckenradar tauchen schon die nächsten Produktgattungen auf, die
ins Web vorstoßen werden: Automobile (eine ausführliche Liste von
US-Auto-Websites finden Sie hier),
Online-Supermärkte (Webvan,
Peapod.com) und Drogerien (Drugstore.com,
PlanetRX). Sogar Möbelhändler stürmen
jetzt das Web. Das Marktforschungsunternehmen Jupiter
Communications schätzt, dass Online-Möbelgeschäfte in den Vereinigten
Staaten im Jahr 2002 3,5 Milliarden US-Dollar umsetzen werden -- nur 200
Millionen Dollar weniger als Buchgeschäfte. Die wichtigsten Möbelgeschäfte:
Furniture.com (CMGI-finanziert),
Furniturefind.com sowie Living.com.
Was
macht diese neuen Kategorien, die so lange im Tiefschlaf lagen, jetzt heiss?
Mehr Frauen sind heute in den USA online als vor einigen Jahren (rund 45%;
Deutschland: 27%). Die Folge: Der Anteil der Frauen an allen
Online-Konsumenten ist von 29 Prozent im vergangenen Jahr auf 38 Prozent in
diesem Jahr gewachsen (Nielsen Media
Research). Damit bekommen Produktgruppen Auftrieb, in denen traditionell
Frauen die Kaufentscheidungen treffen. Darüber hinaus konzentrieren sich
viele Risikokapitalisten auf diese Märkte, weil die bekannten
Produktgruppen wie etwa Bücher bereits so umkämpft sind.
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